Autor und Regisseur Peter Pius Irl


Ohne diesen erfahrenen Theatermann hätte es keine Burgspiele in Großkemnat gegeben. Bereits 1985, im Vorfeld der 800-Jahr-Feier des Stadtteils Kleinkemnat, wurde Kontakt mit dem gebürtigen Kaufbeurer Peter Pius Irl aufgenommen um ihn zu bitten, am Jubiläumsabend eine Festrede zu halten. Das war jedoch leider nicht möglich, da er zu dieser Zeit in München am Bayerischen Staatsschauspiel engagiert war und einen vollen Spielplan hatte.

Er stellte den Kemnatern in Aussicht, ein ortsbezogenes, Bild "Theaterstücke:2004_03_21_TVBS_Das_neue_Wesen_Probe_Feuerwehrhaus_Sc_6_2.JPG" historisches Stück zu schreiben. Zwei Jahre später präsentierte er den staunenden Zuhörern „Kemnat anno Domini 1240“. Dieses Werk sollte auf der Freilichtbühne im Burggelände in Großkemnat aufgeführt werden. Für alle Beteiligten, erfahrene Spieler sowie Neulinge, war es eine ganz neue Erfahrung, auf einer so großen Bühne zu spielen. Dank der Regiearbeit von Peter Pius Irl wurde das Wagnis „Burgspiele 1988“ ein großer Erfolg.

So machte er sich gleich wieder daran, eine Begebenheit der Kemnater Burggeschichte als Bühnenstück zu bearbeiten. Dazu recherchierte er wochenlang in verschiedenen Archiven und fand interessante Details, die er einfließen ließ. Im Jahre 1991 konnte daher das Bauernkriegsstück „Kemnat unter dem Bundschuh 1525“ einstudiert und mit Erfolg aufgeführt werden. Es folgten im 3jährigen Abstand weitere von Peter Pius Irl verfasste Theaterstücke, bei denen er auch Regie führte und teilweise mit auf der Bühne stand.

Bild "Theaterstücke:1994_TVBS_Der_Rebell_Spiel_Sa_D_84.jpg" Im Jahr 1994 folgte "Der Rebell" – Tragödie des Stoffel Hauser um das Jahr 1512 –, die atemberaubende Geschichte eines Kaufbeurers.
Nach diesen drei großen historischen Stücken war es 1997 Zeit für eine Komödie: „Die Brunnenkur zu Bickenried“. Zeitgleich entstand auch das Märchen „Der Geisterbrunnen“, das im selben Jahr als Kinderstück zusammen mit der Kulturwerkstatt inszeniert und aufgeführt wurde. Im Jahr 2000 wurde das Mysterienspiel „Crescentia von Kaufbeuren“, neu bearbeitet für die Burgspiele Kemnat, anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Seligsprechung, gespielt. Zur Heiligsprechung von Crescentia im Jahre 2001 wurde dieser große Erfolg wiederholt.
   2004 arbeitete Peter Pius Irl das vom gebürtigen Kaufbeurer Ludwig Ganghofer geschriebene Werk „Das neue Wesen“ zum Theaterstück um. 2007 erfüllte sich sein Wunsch, „Die deutschen Kleinstädter“, ein Lustspiel von August von Kotzebue, auf die Kemnater Kammertheaterbühne zu bringen. Die letzte große Inszenierung  war die erneute Aufführung „Der Brunnenkur zu Bickenried“ 2010.

Kurz nach dem ersten Freilichtstück, studierte Peter Pius Irl Bild "Theaterstücke:1995_09_10_TVBS_Schmotz_Urschels_Kunkelhaus_und_Sauhansens_Hausstand_Tag_auf_der_Burg_Sc_48.jpg"mit einigen Schauspielern eine alte Form des Theaterspieles ein, ein von ihm bearbeitetes mittelalterliche Straßentheater von Hans Sachs. Mit dem „Kälberbrüten“, in dem Peter Pius Irl selber mitspielt, treten unsere Schauspieler von 1989 bis heute sehr erfolgreich, zur Freude der Zuschauer auf. Neben weiteren Hans-Sachs-Stücken, wie „Der fahrend Schüler im Paradeis“ und „Der fahrend Schüler mit dem Teufelsbannen“, umfasst das derzeitige Repertoire auch vier Stücke aus der Feder von Peter Pius Irl. Zu altüberlieferten Titeln schrieb der Theatermann Schwänke in Reimform ganz im Stil der alten Zeit. Mit „Schmotz Ursels Kunkelhaus und Sauhansens Hausstand“, „Ein kurzweilig Spiel von List und Muthwill der unzüchtigen und leichtsinnigen Weibern“, „Sehr schöne/herrliche und auserlesene weltliche Comedi von den Listen einer klugen Frau und deren Liebhaberen“ und „Wie eine kluge Frau zu einem guten Koch gekommen ist“ entstanden Stücke, die das Publikum immer wieder gerne sieht und mit viel Applaus honoriert. Die Uraufführungen all dieser Stücke fanden größtenteils am Lagerleben des Tänzelfestes in Kaufbeuren statt.
Zu sehen sind sie aber auch auf Veranstaltungen des Theatervereins Burgspiele Kemnat und verschiedensten Mittelalterfesten.

Neben all dem herausragenden künstlerischen Wirken Bild "Theaterstücke:1997_Der_Geisterbrunnen_Spiel_Einzelpersonen_Sa37_2.jpg" des Kulturpreisträgers der Stadt Kaufbeuren für unseren Verein, bringt sich Peter Pius Irl auch im Vereinsleben ein. Er war lange Jahre Vorstandsmitglied, bereichert unsere Veranstaltungen durch beeindruckende Lesungen und Vorträge, half beim Bau unseres Theaterstadels und packte auch beim Auf- und Abbau der Kulissen und der Tribüne mit an. Als gelernter Kirchenmaler und Restaurator stand er uns mit Rat und Tat bei Requisiten und Bühnenbild zur Seite. Dank seiner weitreichenden Kontakte zum Theater und verschiedenen Künstlern, hatten wir die Möglichkeit, unsere Spiele prachtvoll zu gestalten.

Aus Dankbarkeit für alles, was Peter Pius Irl für den Verein geleistet hat, wurde er zu seinem 60. Geburtstag zum Ehrenmitglied und Theaterdirektor ernannt. Er ist in jeder Beziehung eine Bereicherung für diejenigen, denen er das Theaterspiel näher gebracht hat, und alle, die ihn kennen.