Geschichte der Burg Kemnat seit 1185


1160 Erste urkundliche Erwähnung der Ritter Volkmar und Marquard von Apfeltrang
als Ministerialen der Grafen von Ursin-Ronsberg.
1185Bau der Turmburg Kemnat durch Volkmar und Marquard;
fortan nennen sie sich nach ihr.
1190Tod Volkmars I. von Kemnat
1225Volkmar II. von Kemnat erhält für treue Dienste für Graf Ulrich von Ulten beachtliche Besitzungen. Ulrich von Ulten rüstet auf der Burg Kemnat zum Feldzug gegen die Mongolen.
1235Vermählung Volkmar II. mit Mechthild von Arbon
(Bodensee-Schweiz). Vogteirechte über St. Gallen, Konstanz und Oberschwaben.
1240Kaufbeuren-Kemnat, Erste Königs- und Gerichtsurkunde in deutscher Sprache.
1246Volkmar II. wird staufischer Reichsministeriale.
1254Volkmar II. (genannt der Weise) schlichtet eine Fehde zwischen der Stadt Augsburg und dem Bischof von Augsburg.
1262Volkmar II. wird Erzieher König Konradins. Im königlichen Gefolge Reisen durch Deutschland und Italien.
1264König Konradin, der letzte Staufer, ist Gast auf der Burg Kemnat.
1282König Rudolf I. beauftragt Volkmar mit der Wahrung des
Landfriedens in Schwaben.
1283Tod Volkmars II. von Kemnat.
1300Burg Kemnat geht an die Brüder Heinrich Walter und Konrad von Ramschwag über, die auch Vögte des Kloster Irsee sind.
1377Mit Johann von Ramschwag stirbt das Geschlecht im Mannesstamm aus.
1397Ludwig von Benzenau übernimmt für 2.000 Gulden die Burg Kemnat. Er ist auch Vogt des Stiftes Irsee, das erhebliche Abgaben an Kemnat leisten muss.
1430Hans von Benzenau wird Erbtruchsess des Fürststiftes Kempten.
1453Grabplatte aus rotem Marmor für Hans und Ursula von Benzenau in der Klosterkirche in Irsee.
1456Deren Sohn Werner von Benzenau wird auch bayrischer Vogt in Schongau. Am 04.07.1456 wird Werner im besten Mannesalter vom Blitz erschlagen.
Um 1500gehören 30 Dörfer entlang der Wertach bis Buchloe hinüber, Osterzell, Stöttwang, Altdorf, Ruderatshofen, Ebenhofen, Friesenried, Blöcktach u.a.m. zur Burg Kemnat. Die Stadt Kaufbeuren ist von Kemnater Gebiet ganz umschlossen.
1516Jörg von Benzenau gilt als brutaler Herrscher, der seine Untertanen durch Erhöhung der Vogteiabgaben und des Frondienstes auspresst.
1525Im Bauernkrieg verhindert Jörg die Plünderung des Klosters Irsee durch empörte Bauern. Vergebliche Belagerung der Burg Kemnat durch die Bauern. Im Mai 1525 stirbt die Burgherrin Benigna von Benzenau. Ihre Grabplatte befindet sich im Chor der Kirche St. Stephan in Kleinkemnat.
1530Keines der 19 Kinder des Simprecht von Benzenau will die verschuldete Burg übernehmen.
1535Durch große Schuldenlast Verkauf von Osterzell und Hirschzell an Jakob von Kaltenthal.
1545Verkauf von Schloss Ottilienberg, Altdorf, Kreen, Hörmannshofen, Biessenhofen.
1551Am 12.11. verkauft Simprecht von Benzenau die Burg Kemnat mit den Gemeinden Kemnat, Friesenried, Blöcktach und die Vogteirechte über das Kloster Irsee für 40.000 Rheinische Gulden an das Stift Kempten. Auf der Burg Kemnat wird ein Stiftkemptisches Pflegeamt eingerichtet, das bis 1802 besteht.

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1564Simprecht von Benzenau lebt auf Schloss Ottilienberg und stirbt 1564.
1594Die Benzenauer sterben im Mannesstamm aus.
1616Wegen andauernder Streitigkeiten werden Stift Kempten und Stift Irsee von Erzherzog Maximilian von Österrreich ermahnt.
1692Stift Kempten verkauft die Hohe Gerichtsbarkeit (Blutbann) für 24.000 Gulden an Stift Irsee.
1701-1714Während des Spanischen Erbfolgekriegs benutzt man den Turm Kemnat als Signaltelegrafenstation.
1802Burg Kemnat wird Kurbayerisch (Säkularisation).
1804Kurbayern verkauft die Burg Kemnat für 4.000 Gulden auf Abbruch, der sogleich durchgeführt wird. Übrig bleiben nur der Turm, Amtshaus, Burgschenke, Brunnen.
1838Der Historische Verein Schwaben erwirbt für 150 Gulden den Turm, die Gemeinde Kleinkemnat das Amtshaus.
1984Die Stadt Kaufbeuren kauft den Turm, lässt das Dach wiederherstellen, das Amtshaus renovieren und die Burgschenke abreißen
1985800-Jahrfeier auf der Burg Kemnat.

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1988-2010Burgspiele im 3-Jahres Turnus.

Heute ist der sogenannte „Römerturm“ und das „Cafe Burgstüble“ ein beliebtes Ausflugsziel.